Das neue Jahr kommt und, bei den meisten Menschen, wird geplant, was sich im kommenden Jahr alles so ändern soll. Doch dafür gibt es keinen festen Termin und aus genau diesem Grunde nehm ich an diesem alljährlichen Ritual nie teil.
Meistens ändern sich Menschen erst dann ernsthaft, wenn es ihnen so schlecht geht, dass es nicht mehr geht, sie ein schweres Schicksal getroffen hat, welches ihnen die Augen öffnete oder einfach weil eine schreckliche Erinnerung sie überrollte. Manch einer von ihnen wurde relegiös erzogen und sucht Halt in seinem Glauben. Doch was machen jene Menschen die keiner Relegion angehören? Ich z. B. bin eine waschechte Heidin, so wie ich eine waschechte Berlinerin bin. Im Laufe meines Erwachsen werdens bildete sich, aus kein Glauben an gar nichts, mein eigener Glauben. Zum Beispiel denke ich das alles was man macht, ob im negativen oder positiven Sinne, sich immer auf sich selbst auswirkt.
Ein Teil meiner eigenen Erfahrungen hat sich erstaunlicherweise im Buddhismus wiedergefunden. Interessant sind da zum Beispiel die genannten 4 edlen Weisheiten. Für Neugierige schreib ich sie mal auf
die 1.) Erkenntnis, dass das Leben von Leid geprägt ist
die 2.) das Leiden wird durch Gier, Hass und Verblendung verursacht
die 3.) diese Leiden können durch beenden der Ursache beendet werden
die 4.) der Weg dahin führt über den achtfachen Pfad
Aber auch aus dem kirchlichen Glauben gibt es Leitsätze die es, finde ich, bedürfen beachtet zu werden – die 10 Gebote sind gemeint –> in meinem persönlichen Fall sind jedoch nicht alle relevant –> aber ich gehöre dieser Relegion ja auch nicht an, somit kann ich mich beruhigt auch anderen Glaubensrichtungen widmen, wie eben z.B. dem Buddhismus.
Die Erkenntnis dass das Leben von Leid geprüft ist, hatte ich persönlich”leider” in frühester Kindheit. Das Verblendung und Hass dabei im Spiel waren, wurde mir erstmalig nach beenden meiner Therapie klar. Beendet habe ich mein Leid selbst und ich habe gelernt meinen inneren Frieden zu finden. Es ist sehr anstrengend immer zuerst auf sich selbst zu schauen, eigenes Verhalten in die Kritik zu nehmen und es ist ein nie endender Prozess. Ich führte damals aber auch klärende Gespräche mit jenen Personen. Das brachte mir tiefen Schmerz über die Wahrheit, aber schlussendlich Klarheit.
Schuld und Nicht-Schuld spielen bei Opfern immer einen Aspekt und es ist als wäre es der Gang zum Schaffoth, wenn man um Wahrheit bittet. Wahrheit tut weh, wirft neue Fragen auf und erleichtert den Menschen. Man lernt damit umzugehen und Dinge zu ändern. Es sind Minikleine Schritte und ein Erfolg kann man meist erst nach Jahren verzeichnen. Wenn man zum Beispiel daran zurückdenkt welche Probleme man in welchen Situationen hatte, die man heutzutage locker meistern kann.
Weiterhin ist es wichtig für jemanden anderen Mitgefühl zu entwickeln, ihn zu respektieren, Dinge zu teilen, zu versuchen niemanden zu verletzen, Höflichkeit zu wahren, nicht zu stehlen und zu vergeben, um inneren Frieden zu finden. Dies betrifft alle Lebensbereiche. Nicht alles stammt also aus dem Buddhistischen, wie man hier lesen kann.
Sich oder etwas zu ändern kann man auf einen bestimmten Termin festlegen, aber man sollte sich dann nicht wundern, wenn es nicht funktioniert. Nur wenn man sich das verinnerlicht und mit dem Herzen voll dabei ist, kann das klappen.
In diesem Sinne : Gutes Gelingen und Prost Neujahr