Burnout bei Kindern – geht das?

Leider ist es so, dass mehr Kinder unter Burnout-Syndromen leiden, als man sich das vorstellen möchte.

Was ist ein Burnout? Burnout bedeutet: Ausgebranntsein, emotionale Erschöpfung. Daraus resultiert in der Regel eine Minderleistung. Er umfasst den Begriff der Depression. Der Mensch ist nicht mehr in der Lage die geforderten Erwartungen zu erbringen. Es können folgen:  Aggressionen, Schlafstörungen, apathisches Verhalten, eigene Ausgrenzung von der Umwelt, anhaltene Traurigkeit. Eine gefühlte Unüberwindheit der Erschöpfung können den Betroffenen verzweifeln lassen.

Ernst zu nehmende Fragen um einem Burnout vorzubeugen sind zum Beispiel diese:
Wie beginnt der Tag des Kindes? Wie endet der Tag? Wieviel Schlaf benötigt es und wie ist die Lebensweise innerhalb der Familie? Sind die Mahlzeiten ausgewogen? Gibt es Ruhephasen? Das ganze Paket, welches wir Eltern den Kindern schnüren, beeinflusst das Wohlbefinden. Nur wir Eltern können den größten Teil der Entwicklung und des Wohlbefindens positiv beeinflussen. Nicht die Schule, nicht die Kita, niemand sonst!

Nun kann die Einstellung von einer gesunden Lebensweise sehr unterschiedlich ausfallen. Es gibt mittlerweile massenhaft Angebote rund um Kind, Förderung und Gesundheit. Tausende Ratschläge verschiedenster Art und Weise. Die Devise ist hier: Finde Deinen eigenen Weg! Nutze den gesunden Menschenverstand und filtere negative Störungen aus. Wichtig ist jedoch am Ende eine gesunde Routine, die Regelmäßigkeit zu finden. Wir sollten eine Überlastung vermeiden. Auch das Vorleben im Alltag, von den Eltern, spielt eine bedeutsame Rolle, denn die Kinder übernehmen Gewohnheiten der Erwachsenen unbewusst.

Macht mal den Test und zieht das mal 1 Monat durch.
Geht regelmäßig z.B. zum Schwimmen und redet darüber, erklärt die Vorteile und steht zu dem Spaß der Euch diese Tätigkeit bietet. Ihr werdet sehen in kürzester Zeit vertreten Eure Sprößlinge Eure Meinung und gehen genauso leidenschaftlich ins Schwimmbad wie Ihr. Nach diesem Monat signalisiert Eure Lustlosigkeit zum Schwimmen gehen, faulenzt auf der Couch herum ect. Ihr werdet bemerken, wie schnell Eure Kinder das eine wie auch das andere übernehmen.

So, nun durchdenken wir mal unsere Tagesabläufe, die wir als Erwachsene mit unserer Familie leben. Mit all den negativen Einflüssen, die wir alle nur zu gut kennen. Den Stress durch den Job (  für die Kinder, den in der Schule), die Verpflichtung zu Terminen ( Ergotherapie oder was auch immer, bei den Kindern mit eventuell mehr oder weniger vielen Terminen zu Vereinen in der Woche), Hausaufgaben auf Masse oder auch gar keine. Überstunden für Erwachsene, bei den Kindern Forder/ Förderstd. und vielleicht noch Ganztagbetreuung ( bis 15:30 Uhr ). Leistungsdruck/ Terminarbeit im Job, für die Kinder Leistungsdruck in der Schule, mitunter die Forderung zur Perfektionalität von schlecht gelaunten oder auch überforderten Lehrern. ( das ist jetzt keine Anklage, aber um die Lehrer geht es hier primär jetzt nicht 🙂 )Euch fällt bestimmt noch mehr ein, was hier in der Auflistung fehlen könnte.

Achtsamkeit und Mitgefühl: Mut zur Muße statt Hektik und Burnout

Weiterhin ist es wichtig die Harmonie in der Familie zu fördern und zu halten. Selbstverständlich müssen Probleme gelöst werden. In einer Gemeinschaft wird nach Regeln gelebt, das ist klar. Doch denkt mal an z.B. Pubertierende Kinder. Dort ist es manchmal unerlässlich Freiräume einzugestehen, um ein abdriften zu verhindern. Es ist auch manchmal so, das man solch kribblige Situationen aushalten muss, egal wie sehr einem das gerade gegen den Strich geht. Niemand sagt das Kindererziehung leicht oder gradlinig verläuft. Mein Geheimtipp: Vater und Mutter sollten immer zusammenhalten! Gegenteilige Meinungen müssen unbedingt unter 4 Augen geklärt werden. Alternativlösungen besprochen sein. Ihr seid das Tor welches den Ball auffängt, wenn dieser wild hin und herfliegt.

Packt mal Eure Erwachsenen-Probleme in das eine und die Probleme der Kinder  in das andere Paket. Der Tag hat 24 Stunden. Wieviel Zeit bleibt pro Tag übrig für die Kids zum „chillen“, für Freizeit mit Freunden? Wenn an 7 Tagen der Woche kaum noch freie Stunden für irgendetwas bleibt, dann läuft etwas mächtig schief in der Zeit-Planung und es ist es Wert zu überlegen, welche Tätigkeiten für die Freizeit weichen können und sollten. Setzt Euch gemeinsam mit den Kids hin und prüft, welche Interessen abgeflaut sind und welche aktuell einen starken Stand haben. Verhindert mit einer zu straffen Zeit-Planung, dass die Kinder geradewegs in einen Burnout schliddern.

Zu spät: Der Burnout hat schon Einzug in Euer Familienleben gefunden? Was kann man machen?

In jedem Fall sollte man bei einem Erstverdacht den Hausarzt aufsuchen, welcher dann eine Überweisung zu einem Therapeuten aushändigt. In der Regel kennt der Hausarzt auch Anlaufstellen und Adressen im näheren Umfeld. Bevor eine Behandlung losgehen kann, muss eine Diagnose gestellt werden.

Ambulante Therapie: Bei dem Therapeuten werden weitere Schritte besprochen. Symptome eines Burnouts verlaufen immer individuell. Probleme werden in einer folgenden Psychotherapie bearbeitet. Es folgen Gesprächs-Termine zu festgelegten Zeiten in einem festgelegten Abstand z.B. 1 Mal in der Woche.

Da es unterschiedliche Therapien gibt, wird in der Regel nach Diagnosestellung und Gespräch die Therapieform gewählt.

Klinische Therapie: Hier befindet sich der Betroffene in einer speziellen Klinik mit anderen Mitbetrofenen. In einer solchen Therapie wird mit verschiedenen Elementen der Kreativität gearbeitet. Es werden Entspannungsformen angeboten und Regelmäßigkeiten, welche das Leben nach einem geordneten Tagesplan gestalten. Der Betroffene öffnet sich in dieser Arbeit und wird zunehmend in der Lage sein Probleme zu erkennen und zu bearbeiten.

Das Burnout-Syndrom: Theorie der inneren Erschöpfung – Zahlreiche Fallbeispiele – Hilfen zur Selbsthilfe

Das in einer Therapie gelernte soll in späteren „Rückfällen“ helfen, sich selbst zu helfen. Es ist der Sinn zu lernen, wie eigene Kräfte mobiliert werden um einen erneuten Absturz vorzubeugen.

Schreibflink

About Schreibflink

Mein Name ist Kerstin und ich bin Mutter von 3 Kindern. Hier findet Ihr Tipps und Ideen, Ratschläge um jeden Themenbereich in welchen Kinder involviert sein können. Ratschläge die realisierbar sind, nicht immer ins Detail gehen aber Gedankenansätze für Möglichkeiten bieten.

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